Der neunjährige Hans Ingold aus Flawil gilt als vielversprechendes Nachwuchstalent im Motorradsport. Im Alter, in dem gleichaltrige Kinder gerade mit dem Fahrradfahren beginnen, bewältigt der junge Flawiler bereits Motorräder, die in der Schweiz erst ab 16 Jahren legal auf der Strasse gefahren werden dürfen.
Erfolgreicher Einstieg in Deutschland
Hans Ingold erregte im vergangenen Jahr Aufmerksamkeit, als er im deutschen ADAC Pocket Bike Cup als bester Neufahrer in die Top 10 fuhr – bemerkenswert für einen damals erst achtjährigen Fahrer. Seine Leidenschaft für Motorräder entwickelte sich nach einem Besuch bei einem Kollegen seines Vaters Marco, der eine Mini-Motoschule betrieb. Wie Hans berichtet: «Zu Beginn hatte es mir noch nicht so wirklich gefallen. Doch irgendwann machte es mir richtig Spass.»
Aus dieser Begeisterung entwickelte sich ein grosser Traum: «Moto-GP-Fahrer werden, wie Marc Marquez.»
Grosse Veränderungen für die neue Saison
In dieser Saison erfolgen mehrere bedeutende Umbrüche. Hans wechselt vom Team seines Vaters zum etablierten Team Pitbike-Racing Kupferschmid, das bereits mehreren jungen Talenten zum internationalen Durchbruch verhalf. Gleichzeitig steigt er von der Pocket-Bike-Klasse in die 110-ccm-Klasse auf.
Der Umstieg erforderte eine Anpassungsphase: «Am Anfang musste ich mich ans Schalten und die schnellere Beschleunigung gewöhnen. Aber das ging ganz gut», erklärt Hans.
Internationaler Rennkalender
Der Rennkalender wurde erheblich erweitert. Hans wird weiterhin beim ADAC-Cup in Deutschland fahren, nimmt aber zusätzlich an Wettkämpfen in Italien und der Schweiz teil. Sein Vater präzisiert: «Geplant sind mindestens drei Rennen in Italien und zwei in der Schweiz.»
Diese Erweiterung ist strategisch wichtig, da die Motorräder in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Leistungsmerkmale haben. In Deutschland sind 110-ccm-Maschinen auf 8,5 PS begrenzt, während italienische OHVALE-Motoren 15-16 PS erreichen können. Marco Ingold erläutert: «In Deutschland sind die 110 ccm-Motorräder auf 8,5 PS beschränkt, in Italien dürfen die OHVALE-Motoren 15-16 PS haben und in der Schweiz ist das Reglement weit ausgelegt.»
Hohe finanzielle Anforderungen
Eine Renn-Saison erfordert erhebliche finanzielle Mittel. «Eine Saison kostet momentan zwischen 25'000 und 30'000 Franken», erklärt Marco Ingold. Diese Ausgaben werden durch Sponsorengelder, Unterstützung durch Freunde und private Mittel der Familie finanziert.
Die Ingolds haben ein Sponsoringmodell entwickelt, das Gegenleistungen bietet. Über die Website www.hansingold.com können Interessierte das Projekt unterstützen. Hans ergänzt: «Morgen sind wir bei ROXOR, welche uns mit einem Materialsponsoring unterstützen.»
Die Familie ist sich bewusst, dass die Kosten in zukünftigen Jahren weiter steigen werden und auf kontinuierliche Unterstützung angewiesen bleibt, um Hans' Ambitionen, eines Tages wie sein Idol Marc Marquez in der MotoGP zu fahren, verwirklichen zu können.